Schäden nach dem Winter

  • Hallo zusammen,


    an diejenigen, die letztes Jahr auch schon ihre Lagune beschichtet haben: habt ihr auch Abplatzungen, bzw. hohle Stellen beim TopCoat?

    Bei mir ist an mehreren Stellen etwas abgeplatzt und man hört (beim Abklopfen), dass die Schicht nicht überall am Beton anliegt.

    Eigentlich nur an der Wasserlinie. Ich bin der Meinung, dass wir das Aquasmart letztes Jahr ordnungsgemäß aufgetragen haben.

    Es war nicht zu warm und nicht zu kalt, nicht nass…

    Es kann natürlich sein, dass mein Sohn und seine Freunde beim Spielen mit Stöcken, Booten und was auch immer- dafür verantwortlich sind. Aber ich dachte eigentlich, dass es das aushält. :(

  • Hallo Kirsten,

    Ja, leider haben wir das gleiche Problem. Hauptsächlich im Bereich der Wasserlinie ist sehr viel abgeplatzt, ich denke in erster Linie durch Frost. Bin mir nicht sicher wieso dies passiert ist. Vielleicht waren wir zu ungeduldig und waren nicht sorgfältig genug schon beim auftragen des Tiefengrunds?? Und dann zu früh mit dem Wasser einlassen? Auf jeden Fall echt doof !

    Ich glaube nicht das Deine Jungs daran schuld sind.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Kirsten , Hansi


    Es ist schwierig, ein allgemeines Urteil darüber abzugeben, warum das Material nicht gehalten hat.

    Ich habe bei mir in den letzten 2 Jahren folgendes festgestellt (wenn das Aquasmart nicht gehalten hat):


    -Tiefengrund zu dick bei zu hoher Außentemperatur( direkte Sonne) aufgetragen. Das trocknet zu schnell ohne einzuziehen.

    -Topcoat bei zu niedrigen Außentemperaturen aufgetragen = Das Material bindet ab ohne sich mit dem Untergrund zu verbinden.

    -Um Material zu sparen habe ich ( Trotz Warnung von Ralf Glenk) einige künstliche und eingefärbte Steine imWasserbereich mit einer verdünnten Topcoatmischung versigeln wollen. Ergebniss: Klappt nicht! Ist alls hochgekrümelt.
    - Ich bin auch der Meinung, das beim glattziehen vom Beton eventuell eine dünne Schicht Zementschlämme/Zementschleier erzeugt werden kann, der dann für das Auge unsichtbar auf der Oberfläche liegt. Und das würde das die Haftung vom Beton und Topcoat vermindern.


    -An einer Stelle hatte ich eine Betonversigelung aufgetragen und dann das Topcoat. Es kam nach einem Jahr wieder hoch. Da warte

    ich jetzt auf etwas wärmeres Wetter, dann anschleifen und mit Topcoat neu versiegeln. Da weiß ich aber auch noch nicht, ob das dann hällt. Wegen der alten Versiegelung. Da geht nur: versuch macht kluch ( klug)!:/


    Kirsten : Dein Sohn hat nichts verkehrt gemacht. Wenn das Topcoat hält, dann hält es.



    Andreas

    • Offizieller Beitrag

    Eigentlich hatte ich gedacht, dass das Thema Abplatzungen ausgestanden ist. Ich werde mich in der kommenden Woche nochmal mit dem Anbieter der Harze beraten.

    Dabei haben ich zwei Ziele:
    1. Wie lässt sich eine möglichst große Verarbeitungssicherheit erreichen. welche Voraussetzungen sind zu beachten.

    2. Falls es mal nicht so gut klappt. Wie kann man bereits entstanden Abplatzungen bestmöglich reparieren.


    Mal sehen was dabei herauskommt. Möglicherweise werde ich zusätzliche Produkte anbieten, oder aufgrund eines neuen Erfahrungshintergrundes die Verarbeitungsempfehlungen aktualisieren.


    Tut mir Leid wenn es hin und wieder zu Problemen kommt. Ich habe jahrelang experimentiert und war eigentlich von dem Ergebnis überzeugt. Aber wie immer wenn man etwas Neues entwickelt, lässt sich nicht jede Situation nachstellen. Dann heißt es weiter optimieren.

  • Hallo in die Runde,

    ich habe das selbe Thema vor einem Jahr schon einmal angeschoben.

    Nach einem intensiven Austausch mit Ralf, habe ich dann die defekten Stellen entfernt und neu beschichtet. Nach dem letzten Winter haben alle ausgebesserten Stellen, bis auf Eine*, gut gehalten. Bei mir gehe ich davon aus, dass die Auftragung vor 2 Jahren (mega heißer Sommer) den hohen Temperaturen zum Opfer gefallen ist. Ich habe nach diesem Winter auch im Randbereich diverse lose/hohle Stellen. Ich bin aktuell dabei den komplette Flachbereich (ca. 50 m²) zu schleifen und werde dann alles neu mit dem Topcoat bearbeiten.

    Eine* -

    Diese Stelle ist in unserem breiten Randbereich am Skimmer (rechts). Das es hier nicht gehalten hat, kann ich mir nicht wirklich erklären. Es könnte natürlich sein, Micha hat es geschrieben, dass durch das Glätten eine Zementschlämme bzw. ein Zementschleier entstanden ist.

    Das Lösen am Skimmer habe ich auch auf der linken Seite, diese Beschichtung ist jedoch vor 2 Jahren gemacht worden.

    Grundsätzlich kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass sich meine Schäden an der Wassergrenze (Winterstand) gezeigt haben. Die jetzigen Schäden befinden sich überwiegend im Trockenbereich (über der Wassergrenze).

    Zum Thema Tiefengrund möchte ich aus Erfahrung sagen, dass ich nicht wirklich davon überzeugt bin. Alle Reperaturarbeiten nach dem letzten Winter habe ich ohne Tiefengrund gemacht. Beim ersten Anstrich vor zwei Jahren habe ich Tiefengrund verwendet. Meine Ergebnisse würden eher darauf schließen, kein Tiefengrund zu verwenden.

    @Ralf: Bevor ich das Topcoat nun nachbestelle, gibt es schon Ergebnisse aus den Gesprächen mit dem Hersteller? Ist es vielleicht auch denkbar, dass die Zusammensetzung des Topcoat sich in den letzten 2-3 Jahren verändert hat?

    Gruß Fritze

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe mit dem Importeur , nicht mit dem Hersteller, gesprochen, da mein griechisch nur für ein "guten Morgen" ausreicht.

    Richtig Klarheit hat es nicht gebracht. Das wasserbasierende Topcoat ist zwar auch ein PU, aber wegen der hohen Kratzfestigkeit ist es weniger elastisch als das lösemittelbasierende Hyperdesmo PU. Wenn die besandete Schicht mit dem Topcoat zu dick wird, könnte es passieren dass sie sich unter thermischen Einflüssen nicht der Materialausdehneng des Untergrundes anpasst und deshalb loslöst. Aber das ist nur eine Vermutung.

    Ich werde im Sinne einer größeren Verarbeitungsicherheit das Verfahren der Betoneinfärbung und Besandung ändern. Die Einfärbung wird mit einer Betonlasur vorgenommen. Da kann nichts abplatzen. Die Besandung in den gewünschten Bereichen mit transparenten Hyperdesmo PU, das bleibt eine elastische Schicht. Abschliessend über alles ein dünner Anstrich transparentes Topcoat als Versiegelung. Das ist jetzt aufwendiger, aber ich verspreche mir davon mehr Sicherheit. Wir machen jetzt die ersten Tests mit der Lasur etc.

  • Hallo in die Runde,

    wir haben ja hier schon einige Gründe zum Besten gegeben.

    Nun war ich heute Tiefengrund besorgen und hatte dort eine sehr interessante Unterhaltung.

    In dem Gespräch haben wir über die verschiedenen Tiefengründe gesprochen und dort kam der Verkäufer auf ein Produkt der Fa. Bostik P 101 (Ich hoffe, ich darf das hier so schreiben!?). Dieser Tiefengrund bildet einen klebrigen dünnen Film, der als Haftvermittler wirkt.

    Nun stellt sich natürlich die Frage, wäre das ein gewünschter Untergrund für das Topcoat?

    Aus allen Erfahrungsberichten sollte der Tiefengrund keine Schicht oder einen Film bilden, damit sich das Topcoat mit demMaterial direkt verbinden kann.

    Nun bin ich gedanklich etwas hin und her gerissen. Hat jemand mit diesem oder ähnlichen Produkten schon Erfahrungen gemacht?


    Gruß Fritze

  • Hallo Fritze,


    also ich habe überhaupt keinen Tiefengrund verwendet. Bei mir sind die Abplatzungen hauptsächlich in Flachbereichen gewesen. Ich habe das jetzt alles „repariert“ mit dem Hyperdesmo und noch mal mit Aquasmart rüber aber ich bin insgesamt mit dem Aquasmart nicht so zufrieden wegen des ungleichmäßigen Farbauftrages und der vielen Abplatzungen. Ich habe es jetzt gespritzt, das ging ganz gut- also die Übergänge sieht man nicht mehr so stark. Ich überlege ob ich im Herbst komplett neu beschichte. Es sieht zwar jetzt einigermaßen okay aus aber man merkt unter Wasser an manchen Stellen Blasen im TopCoat. Das wird wieder abplatzen. :(

    Den Kids macht das zum Glück nichts aus und ich lasse es jetzt erst mal so.

    • Offizieller Beitrag

    Mitte der Woche hatte ich Besuch von dem Geschäftsführer einer Firma, die Pigmente, Zuschlagstoffe usw. an die Betonwerke liefert. Anlass des Besuchs waren eigentlich die Pigment, aber das große Fachwissen kam auch der Beschichtungsproblematik zugute.

    Hier eine kurze Übersicht der Erkenntnisse:


    Wird die frische Oberfläche mit einem Schwammbrett oder Quast unter Zugabe von Wasser geglättet, wird dabei auch Kalk, und Zement ausgewaschen, der sich nach dem trocknen auf die Oberfläche legt, aber keine Reaktion mit den Füllstoffen des Mörtels eingegangen ist. Das kann man weder sehen noch fühlen. Die TopCoat-Versiegelung kann dann diese feine Schicht bedecken, aber sich nicht ausreichend fest mit dem Untergrund verbinden.

    Abhilfe: die Oberfläche mit verdünnter Säure abwaschen und gründlich abspülen. Dabei wird der Schleier entfernt. Allerdings rauht sich die Oberfläche auf.


    Die Elastizität der Versiegelung spielt auch eine Rolle, besonders wenn das Topcoat besandet wird. Das hatte ich bereits geschrieben. Die Beschichtungsreihenfolge sollte weich auf hart sein. Also für das Besanden (einer eingefärbten Fläche) das PU benutzen.


    Es gibt auch eine neue Technik bei der die Betonfläche gebeizt wird. Das ergibt aber keine gleichmäßige Einfärbung sondern Schattierungen je nach Rauhigkeit und eröffnet gestalterisch weitere Möglichkeiten. Allerdings ist hier das Farbspektrum bisher noch nicht passend.


    Wir bekommen eine helle Pigmentmischung, die dicht an der Farbe des Feinsandes liegt. Einmal als Suspension, mit der man den Beton einfärben kann und einmal als Farbauftrag, bereits in die Versiegelung eingemischt. Das testen wir und bei Erfolg nehmen wir die Produkte im Sortiment auf. Bei den Pigment hat man die Gewähr, dass sie für Beton geeignet sind. Das kann man bei den handelsüblichen Abtönfarben nicht erkennen, weil die Pigmentart nicht deklariert wird.

    Wie wir die Produkte zur Farbgebung in Zukunft anbieten werden, bzw. in welchen alternativen Methoden, vermag ich nicht vorauszusagen. Ich bin nur froh eine kompetenten Zulieferer mit jahrzehntelanger Erfahrung gefunden zu haben, der sich auch mit kleinen Fischen wie unsere Firma abgibt.


    Demnächst entferne ich die Abplatzungen an dem kleinen Anbau meines Beckens. Parallel laufen die Versuche in der Firma.

    Ich melde dann die Erkenntnisse. Das sollte jetzt relativ schnell gehen.

  • Hallo in die Runde,


    mittlerweile tauchen in meiner Lagune immer mehr Blasen im TopCoat auf. Ich werde auf jeden Fall im Herbst neu beschichten müssen- diesen Sommer bleibt es jetzt so.

    Vor allem als es so heiss war, kamen neue Blasen hinzu (also richtig große - ca. 20 cm). In Höhe der Wasserlinie- wahrscheinlich weil es oberhalb so heiß war und unter Wasser viel kühler. Tagsüber ist volle Sonne auf der Lagune.

    Ich habe mich daraufhin mit einem Poolbeschichtungsunternehmen in Verbindung gesetzt (die würden übrigens 12.000 Euro für eine Neubeschichtung bei mir nehmen) und der meinte, das Problem ist folgendes:

    Der Beton muss als erstes abgedichtet werden, damit er nicht von hinten nass wird. Denn Nässe ist das Problem aller Farben. Da das TopCoat ja wasserdurchlässig ist und der Beton ja auch, ist es also von hinten nass und es wird immer zu Ablösungen kommen.

    Die Stellen, die ich nach dem Winter mit dem PU ausgebessert habe und darauf dann das TopCoat, die halten. Dort sind keine Blasen.


    Ich hoffe, bei euch sind nicht so viele Blasen…

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin vorgestern dabei gegangen und habe die Abplatzungen an dem kleinen Becken entfernt. Mit der Zeit sind es mehr geworden, aber der Grund stand leider nicht dran.

    Mir ist aufgefallen, dass der Mörtel teilweise sehr brökelig war. Ich hatte damals einfachen Zementmörtel selbst angemischt. Das würde ich heute nicht mehr machen. Unsere internen Tests haben gezeigt, dass auch der Zementanteil in den Fertigmischungen zu gering ist. Daher muss man weiteren Zement dazugeben. Und mit Microsilica erhöht man die Festigkeit weiter, wobei sich die Wasseraufnahme gleichzeitig verringert. Fazit: einen stabilen Untergrund erreicht man nur durch einen modifizierten Mörtel.


    Zu den Aussagen des Poolbeschichtungsunternehmens:

    Man kann einen gemauerten Pool von aussen gegen Feuchtigkeit schützen und dann innen eine Beschichtung auftragen, die gleichzeitig das Becken gegen den Wasserkörper abdichtet. Das funktioniert aber nicht bei der Bauweise einer Gartenlagune. Die Mörtelschicht wird immer nass werden. Das ist für sich genommen auch kein Problem, denn Beton zerfällt unter Wasser nicht mehr. Als Ursache der Blasenbildung sehe ich das unterschiedliche Dehnungsverhalten der Materialien bei thermischer Einwirkung. Insbesondere bei starken Temperaturschwankungen.


    Als Lösung schlage ich folgende Vorgehensweise vor.

    1. Die Mörtelschicht wird durch eine entsprechende Rezeptur hochfest ausgelegt.

    2. Kalk, Zementschleier und Verunreinigungen sind vor dem Einfärben zu beseitigen.

    3. Die Verarbeitungstemperatur darf nicht zu hoch sein, damit dem Harz ausreichend Reaktionszeit bleibt.

    4. Die Einfärbung sollte dünnflüssig genug sein um in die Oberfläche einziehen können.

    5. Besandungen sind mit einem flexiblen Harz, wie dem PU-Bindemittel durchzuführen.

    6. Das PU Bindemittel sollte immer auch in den kritischen Wasserübergangszonen verwendet werden.

    7. Das Topcoat wird abschliessend transparent aufgetragen, damit die Pigmente nicht auswaschen.

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